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Datum: 19.09.2023

Ilzer Land nimmt sich selbst unter die Lupe

Bei einem Evaluierungsseminar in Niederalteich bewertet die ILE Ilzer Land selbstkritisch die bisherige Arbeit und setzt neue Schwerpunkte für den Kommunalverbund

Niederalteich. Die bisherige Arbeit auf den Prüfstand stellen, das Erreichte mit den gesteckten Zielen abgleichen und sich über die Zukunft Gedanken machen – das ist das Ziel eines Evaluierungsseminars, das in einer Integrierten Ländlichen Entwicklung (kurz ILE) regelmäßig durchzuführen ist. Nach drei Jahren intensiver Arbeit in den einzelnen Handlungsfeldern war die Evaluierung auch in der ILE Ilzer Land wieder fällig. Die Bürgermeisterin und Bürgermeister oder Stellvertretende der zwölf Kommunen sowie Vorsitzender und Mitarbeiterinnen der ILE trafen sich dazu im Bildungshaus der Landvolkshochschule (LVHS) in Niederalteich.

Moderiert wurde das Seminar durch Ron Metzner, ILE-Betreuer am Amt für Ländliche Entwicklung, Corina Molz, Geschäftsleiterin der ILE, und Lena Schandra, Projektleiterin für das SmartesLand-Projekt im Ilzer Land. Nach einer Diskussion der Ergebnisse einer anonymen Vorabumfrage zum Status quo des Ilzer Landes unter der Bürgermeisterin und den Bürgermeistern aus Eppenschlag, Fürsteneck, Grafenau, Hutthurm, Innernzell, Perlesreut, Ringelai, Röhrnbach, Saldenburg, Schöfweg, Schönberg und Thurmansbang stieg Corina Molz direkt in die einzelnen Handlungsfelder und Projekte ein.

Es wurde deutlich, dass die ILE Ilzer Land sehr breit aufgestellt ist und viele der im Jahr 2020 gesetzten Ziele erreichen konnte. Darunter etwa das Etablieren eines IT-Patennetzwerks, um Seniorinnen und Senioren in der Region den Umgang mit neuen, digitalen Geräten und Medien zu erlernen und zu erleichtern, die Entwicklung der Bürgerbeteiligungsplattform MITREDEN und der neuen Homepage, die Durchführung von Projekttagen an Schulen zum Thema Klimaschutz oder auch die Vernetzung zwischen den Bauhofleitern, Geschäftsleitern sowie den Gemeinderätinnen im Ilzer Land. Dennoch waren sich alle Beteiligten einig, dass einigen aktuell sehr wichtigen Themen in Zukunft noch mehr Bedeutung zukommen soll – darunter zum Beispiel Klima und Energie, Kultur und digitale Verwaltung.

Auf Grundlage der Ergebnisse aus der Vorabumfrage und einer längeren Diskussion wurden folgende neue Handlungsfelder für die nächsten Jahre festgelegt: 1) Kultur, Gemeinschaft & Beteiligung, 2) Innenentwicklung, 3) Digitale & resiliente Kommune, 4) Gemeindenetzwerk, 5) Innovationsstandort & Wissenstransfer, 6) Klima & Energie, 7) Biodiversität, Nachhaltigkeit & regionale Wertschöpfung. Das zukunftsorientierte Querschnittshandlungsfeld „Futur“, in dem unter anderem das SmartesLand-Projekt sowie das Thema Kommunikation angesiedelt sind, soll bestehen bleiben. Konkret werden durch die neue Schwerpunktsetzung insbesondere Projekte zur Ortskernbelebung, Projekte zur Kulturförderung und Bürgerbeteiligung, Klima- und Energieprojekte, Digitalprojekte, wie zum Beispiel eine regionale App und eine übergreifende Datenplattform, sowie weitere identifizierte Herausforderungen gemeinsam in Angriff genommen.

Nach der Evaluierung und Neustrukturierung der Handlungsfelder stellte Projektleitung Lena Schandra den aktuellen Stand im SmartesLand-Projekt vor. Im Rahmen des Bundesförderprojekts werden bis 2026 mehrere „smarte“ Maßnahmen umgesetzt, um Herausforderungen im Ilzer Land gemeinsam anzupacken. Dazu zählen unter anderem die Ortskernbelebung, die Abwanderung junger Menschen und viele mehr. „Nach einer einjährigen Strategiephase bis Juni 2023 befindet sich das Ilzer Land nun im Umbruch zur Umsetzungsphase – ein guter Zeitpunkt für eine erste Zwischenbewertung des Projekts“, so Schandra. Insgesamt waren alle Beteiligten sehr zufrieden mit dem bisherigen Verlauf des Projekts und freuen sich bereits auf die Umsetzung der in der SmartesLand-Strategie festgehaltenen analogen und digitalen Maßnahmen. Insbesondere richtet sich die Vorfreude auf die bis 2026 entstehenden Dorfzentren in den teilnehmenden Ilzer Land-Kommunen sowie auf eine regionale App. Diese kommunenübergreifende App soll zugleich auf den digitalen Anschlagtafeln in den Ortsmitten abgespielt und noch in diesem Jahr veröffentlicht werden. Dadurch werden der interkommunale Austausch gefördert, Ehrenamt und Vereinsarbeit sichtbar sowie regionale Veranstaltungen und Neuigkeiten leichter zugänglich.

Im letzten Teil des Seminars wurden die Organisationsstruktur sowie die Rollenverteilung in der ILE besprochen. Moderiert durch Ron Metzner vom Amt für Ländliche Entwicklung, wurden dabei Aufgaben festgelegt sowie die Rollen der Bürgermeisterin und Bürgermeister in den neu definierten Handlungsfeldern besprochen. Darüber hinaus diskutierten die Teilnehmenden, welche weiteren Personen aus der Region in die ILE eingebunden werden können und sollten.

Am Abend ließen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer den programmreichen und spannenden Tag bei einem gemeinsamen Essen ausklingen. Mit neuen, zukunftsweisenden Ideen im Gepäck kehrten die Beteiligten ins Ilzer Land zurück und freuen sich nach der erfolgreichen Evaluierung bereits auf die weitere gemeinsame Arbeit in der ILE Ilzer Land. Dabei haben alle dasselbe Ziel vor Augen: Die Zukunft aktiv gestalten und eine lebenswerte Region für alle Bürgerinnen und Bürger schaffen.  

Ilzer Land, was ist das?
Im Ilzer Land arbeiten seit 2005 zwölf Kommunen im Bayerischen Wald zusammen, um große Herausforderungen gemeinsam anzupacken. Dazu zählen unter anderem die Ortskernbelebung, die Abwanderung junger Menschen und viele mehr. Hier setzen wir in den Kommunen Eppenschlag, Fürsteneck, Grafenau, Hutthurm, Innernzell, Perlesreut, Ringelai, Röhrnbach, Saldenburg, Schöfweg, Schönberg und Thurmansbang an.
Mehr Informationen unter www.ilzerland.bayern